Tarot / Tarotkarten
Die Nutzung von Tarotkarten ist im deutschsprachrigen Raum sehr beliebt. Das Kartendeck zählt zu den bekanntesten Kartendecks in Bezug auf die Zukunftsdeutung und Wahrsagungen.
Das Wort „Tarot“ stammt aus Frankreich und bezeichnet ursprünglich ein Kartenspiel, das in Deutschland auch unter dem Namen „Tarock“ bekannt war. Die genaue Herkunft der Tarotkarten bleibt jedoch umstritten bzw. ist ungewiss: In der Literatur werden sowohl das alte Ägypten, als auch andere, fahrende Völker für den Ursprung benannt. Gesichert ist davon jedoch keine Quelle. Einig ist sich die Fachliteratur dahingegen, dass bereits im späten Mittelalter die Tarotkarten Anklang gefunden haben und zu dieser Zeit bereits benutzt wurden. Gegenwärtig ist das Tarot aus der esoterischen Lebensberatung nicht mehr wegzudenken, da es häufig für Wahrsagungen genutzt wird und mit das bekannteste Kartendeck der heutigen Zeit ist.
Ein wichtiger Theologe, der die Verbindung von den Tarotkarten zum Wahrsagen beeinflusste, war Antoine Court de Gebélin (1719 -1784). Er behauptete in einem verfassten Buch, dass die Tarotkarten Bestandteil von der Verehrung des ägyptischen Gottes Thot (Gott des Mondes und der Magie) seien und die Legung des Kartendecks würde geheimes Wissen über die Menschen ans Licht bringen. Das Tarot würde daher bei der Transformation der Menschen unterstützend wirken. Das Wort „Tarot“ übersetzte Antoine Court de Gebélin für sich – angeblich aus dem Ägyptischen – mit „königlicher Pfad des Lebens“.
Heutzutage gibt es mehrere hundert verschiedener Kartendecks, die dem Tarot zuzuordnen sind. Der Handel erfreut sich großer Vielfalt. Die bekanntesten und gängigsten Kartendecks der Tarotkarten sind das Marseille, das Rider-Waite und das Aleister-Crowley-Tarot. Die Tarots haben kleine Unterschiede in den Kartendecks.
Ein Tarot-Kartendeck besteht aus 78 einzelnen Tarotkarten. Von diesen lassen sich 22 Karten als „große Arkana“ (Trumpfkarten) bezeichnen. Alle anderen Karten bilden die „kleine Arkana“. Dem okkulten Glauben nach sind in den Bildern der Tarokarten Motive versteckt, die für das bloße Auge nicht unmittelbar sichtbar sind, sondern gefühlsmäßig erfasst werden. Der Begriff „Akrana“ bedeutet „Geheimnis“.
Es gibt zwei verschiedene Erklärungsmodelle bei Tarotlegungen: Die sogenannte „esoterisch-spirituelle“ Erklärung nimmt Bezug auf den von Carl Gustav Jung geprägten Begriff der Synchronizität. An dieser Stelle wird davon ausgegangen, dass es zwischen dem Fragenden und der Legung eine Parallelwelt existiert. In der „psychologischen“ Erklärung wird dagegen von einem Spiegel innerer und äußerer Prozesse ausgegangen; die Karten zeigen an dieser Stelle typische menschliche Erfahrungen, bei dessen Anblick sich der Fragende emotional angesprochen fühlt. So können beispielsweise auch (un)bewußte Gefühle aufgespürt werden.




